Im Berichtszeitraum kam es zu identitätspolitischen Konflikten, die sich von ihrem traditionellen Fokus auf ethnische Letten versus russischsprachige Minderheiten zu einer breiteren Debatte über liberale versus national-konservative Werte ausgeweitet haben.

Die Wirtschaft wuchs mit einer vergleichsweise hohen Geschwindigkeit, die weitgehend durch Investitionsprojekte, die aus dem Kohäsions- und Strukturanpassungsfonds der EU finanziert wurden, angeheizt wurde. Die lettische Regierung hat es versäumt, die niedrigen Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Innovation zu erhöhen und Reformen anzugehen, die den Hochschulsektor wettbewerbsfähiger machen würden.

Korruption und die Tatsache, dass öffentliche Amtsträger selten strafrechtlich verfolgt werden, bleibt eines der Hauptprobleme der lettischen Politik. Dies hat zu einer weit verbreiteten populistischen, elitenfeindlichen Haltung in Lettland beigetragen. Ein Großteil der Öffentlichkeit betrachtet Politiker, Beamte und erfolgreiche Geschäftsleute als korrupt. Dies hat zu einem geringen Maß an gegenseitigem Vertrauen und Sozialkapital sowie zu offenem Misstrauen gegenüber dem Justizsystem geführt.

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