Was die Staatlichkeit betrifft, so steht die Regierung vor großen Herausforderungen. Die Präsenz ausländischer Streitkräfte, die ihren politischen Willen geltend machen, untergräbt weiterhin die staatliche Souveränität, und Zusammenstöße zwischen bewaffneten regimefreundlichen Gruppen deuten darauf hin, dass die Regierung nicht in der Lage ist, die Akteure vor Ort zu kontrollieren.

Eine aufstrebende Klasse wohlhabender Kriegsprofiteure hat begonnen, ihren wirtschaftlichen Einfluss und den Einfluss der finanzierten Milizen zu nutzen, um innerhalb der staatlichen Strukturen um die Macht zu verhandeln. Der Aufstieg dieser neuen Elite ahmt wirtschaftliche Trends nach, die bereits vor dem Krieg existierten: krasse Ungleichheiten zwischen Arm und Reich, eine schwache Unterscheidung zwischen Staats- und Geschäftseliten und ein geschlossener Kreis wirtschaftlicher Möglichkeiten.

Es gibt weder eine Versöhnung auf gesellschaftlicher Ebene noch gibt es Institutionen, die mit Übergangsjustiz beauftragt sind.

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