Nach drei Jahren der Mitte-Rechts-Regierung von Präsident Mauricio Macri wurde er bei den Wahlen im Oktober 2019 von den Peronisten besiegt. Derzeit findet das eigentliche Machtspiel nicht so sehr zwischen der Regierung und der parlamentarischen Opposition statt, sondern innerhalb der Regierung selbst, zwischen dem gemäßigten und dem radikalen Flügel des Peronismus. Der erstere wird von Präsident Alberto Fernández vertreten, der letztere von seiner Vizepräsidentin Cristina Fernández de Kirchner.

Argentinien steht vor tiefgreifenden strukturellen Problemen. Nach den Vorwahlen im August 2019 wertete der Peso ab, die Inflations- und Armutsrate stieg deutlich an, und die Auslandsverschuldung stieg auf 90 % des BIP. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie brachten die Wirtschaftstätigkeit weiter ins Stocken.

Präsident Fernández brachte ein Notpaket zur Haushaltskonsolidierung durch den Kongress und bot eine Reihe von Investitionsförderungsprogrammen an. Der anhaltende Mangel an Konsens innerhalb der Regierung hat jedoch die Bemühungen zur Stärkung des Marktes und des öffentlichen Vertrauens untergraben. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie wurden ausschließlich per Dekret und unter Umgehung der Gewaltenteilung erlassen.

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