West- und Zentralafrika

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In West- und Zentralafrika zeigt sich ein ambivalentes Bild politischer Entwicklung, mit einigen demokratischen Fortschritten aber auch zahlreichen einschneidenden politischen Regressionen. Besonders die Sahelzone ist durch eine Serie von Putschen geprägt, die den regionalen Durchschnittswert der politischen Transformation auf ein neues Allzeittief drücken. Vielfach konsolidieren Autokraten ihre Macht mit externer Unterstützung oder durch innenpolitische Manöver, während Reformkräfte nur vereinzelt politische Gestaltungsspielräume gewinnen. Demokratische Errungenschaften, etwa im Senegal und in Ghana, bleiben unter Druck.

Ökonomisch stagniert die Region trotz erster Stabilisierungstendenzen nach der Pandemie generell auf einem niedrigen Niveau. Extreme Dürren und Hitzewellen die Staaten vor gravierende Anpassungskosten an den globalen Klimawandel. Hinzu kommt der Austritt der Militärjuntas in Burkina Faso, Mali und Niger aus der ECOWAS, der Handelswege blockiert und die Ernährungssicherheit der Bevölkerung gefährdet.

Die durchschnittliche Qualität der Governance hat den schlechtesten Wert seit zwanzig Jahren erreicht. Ausschlaggebend waren vor allem die massiven Rückschritte in Burkina Faso und Niger, wo Terrorismus, Menschenrechtsverletzungen und Binnenflucht dramatisch zunahmen. Lang schwelende Konflikte wie im Tschad verschärfen sich und sorgen für fragile Zustände. Neue Reformprozesse im Senegal oder institutionelle Öffnungen in Gabun sind seltene Ausnahmen.

Sicherheitspolitisch verschärft sich die Lage durch die Ausbreitung jihadistischer Gruppen, die mittlerweile auch in Benin, Togo und der Demokratischen Republik Kongo Fuß gefasst haben. Gleichzeitig ziehen sich die USA und Frankreich zunehmend aus der Region zurück, wodurch ein Machtvakuum entsteht. Dieses wird durch die stärkere regionale politische und wirtschaftliche Präsenz von Autokratien wie China, Russland und der Türkei gefüllt. Demokratisierungsbemühungen müssen daher aus der breiten Bevölkerung wachsen.

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