Naher Osten und Nordafrika

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Ein Jahrzehnt nach dem Arabischen Frühling ist es Zeit für eine bittere Bilanz: In allen drei Teilindizes des BTI stehen die untersuchten Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas noch deutlich schlechter da als zehn Jahre zuvor. Die Hoffnungen auf Demokratie, wirtschaftliche Teilhabe und soziale Gerechtigkeit haben sich zumeist nicht erfüllt.

Viele Länder der Region – insbesondere Tunesien, Algerien und der Sudan – sind von einem „Kulturkampf” zwischen vorgeblich säkularen und islamistischen Kräften dominiert. 11 der 19 Länder werden weiterhin als „harte Autokratie” bezeichnet. Obwohl die Übergangsregierung im Sudan die größte Verbesserung in der politischen Transformation erreichte, wird das Land dennoch als „zerfallener Staat” geführt.

Die Gesamtregion hat auch ökonomisch einen Tiefpunkt erreicht. Bei den ressourcenbasierten Volkswirtschaften am Persischen Golf ist die Abhängigkeit von volatilen Ölpreisen problematisch. 11 der insgesamt 19 Länder wurden hinsichtlich ihrer volkswirtschaftlichen Leistungsstärke abgewertet, Irak und Libanon um gleich zwei Punkte.

Seit dem niedrigen Stand im BTI 2012 ist die Qualität von Regierungsleistungen in der MENA-Region noch einmal abgesunken. Insbesondere Effizienzdefizite und mangelnde Konsensbildung sind für diesen Rückgang verantwortlich. Allerdings sind in der internationalen Zusammenarbeit deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. Maßgeblich dafür war unter anderem die Aufnahme diplomatischer Beziehungen einiger arabischer Staaten mit Israel.

Die Lebensbedingungen sind schwieriger geworden im Nahen Osten und Nordafrika und der repressive Griff der Autokraten fester. COVID-19 ebenso wie der Klimawandel und geopolitische Verschiebungen tragen zu weiteren Problemverschärfungen bei. Alle dies lässt für die Zukunft der Region nicht viel Gutes erwarten.

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