Das politische Bild in Burkina Faso wird von der Militärregierung unter Militäroffizier Ibrahim Traoré dominiert. Die Wahlen wurden offiziell auf Juli 2029 verschoben, und Traoré wird kandidieren dürfen. Politische Parteien sind verboten, und kritische Stimmen aus Zivilgesellschaft und Medien werden unterdrückt. Die Pressefreiheit ist stark eingeschränkt, und die Justiz steht zunehmend unter direkter Einflussnahme des Militärs.
Die humanitäre Lage bleibt kritisch. Millionen Menschen sind von Vertreibung betroffen, und der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Nahrungsmitteln ist stark eingeschränkt. Die Regierung verfolgt tiefgreifende wirtschaftspolitische Maßnahmen, darunter die Verstaatlichung zentraler Industrien, den Abbau der Auslandsschulden und den Ausbau von Infrastrukturprojekten.
Nach dem Bruch mit westlichen Partnern hat Burkina Faso seine Beziehungen zu Russland, China und anderen nicht-westlichen Staaten ausgebaut. Entwicklungshilfe aus mehreren europäischen Ländern wurde reduziert, während die regionale Zusammenarbeit über die Allianz der Sahelstaaten vertieft wurde. Jihadistische Gruppen kontrollieren rund ein Drittel des Staatsgebiets. Das Militär reagiert mit massiven Sicherheitsoperationen, die jedoch von Berichten über Menschenrechtsverletzungen und ethnisch motivierte Gewalt begleitet werden.