Bangladesch erlebte Mitte 2024 einen tiefgreifenden politischen Umbruch, als Massenproteste und staatliche Gewalt zum Sturz der langjährigen Regierungschefin Sheikh Hasina führten. Die letzten drei Wahlen galten weithin als weder frei noch fair und die Wahl 2024 war durch einen Oppositionsboykott und künstliche Konkurrenz geprägt. Eine Übergangsregierung unter Muhammad Yunus übernahm die Amtsgeschäfte.
Die öffentliche Frustration wurde durch stark steigende Preise, hohe Inflation, sinkende Devisenreserven, monetäre Instabilität und wachsende Haushaltsdefizite verstärkt. Die wirtschaftliche Lage trug zur Dynamik der Proteste und zur Eskalation der Krise bei. Seit dem Ende der Regierung Hasina haben der IWF, die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank finanzielle Unterstützung angekündigt.
Die Übergangsregierung leitete Verfassungs- und Governance-Reformen durch mehrere Kommissionen ein und eröffnete Konsultationen über Reformen und Wahlen. Sie steht wegen Defiziten bei der öffentlichen Sicherheit in der Kritik und kommunizierte wiederholt die Absicht, zwischen Dezember 2025 und Juni 2026 Wahlen abzuhalten.