2020 kam es zu einem der ausgedehntesten Bürgerproteste seit dem Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union im Jahr 2007. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Premierminister Bojko Borissow und Generalstaatsanwalt Ivan Geshev wegen des Verdachts auf Korruption und parteiische Justiz.

Die COVID-19-Pandemie hat zu einer Rezession geführt, während Armut und Ungleichheit in Bulgarien im EU-Vergleich weiterhin hoch sind. Im Juli 2020 trat Bulgarien dem Wechselkursmechanismus (WKM-II) und der Bankenunion der Europäischen Union bei und erreichte damit eines seiner langfristigen Ziele. Der Beitritt zum Euroraum soll Währungsstabilität gewährleisten und ausländische Investitionen erleichtern.

Die Handlungs- und Umsetzungsfähigkeit der Regierung wird durch eine weitere Erosion des ohnehin schon geringen Vertrauens seitens der Bevölkerung beeinträchtigt. Institutionelle Defizite stellen ein erhebliches Hindernis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes dar. Im Jahr 2020 legte Bulgarien sein Veto gegen die Aufnahme von Verhandlungen über einen EU-Beitritt Nordmazedoniens ein. Dies ist für die internationale Gemeinschaft unverständlich und ein populistischer, nationalistisch motivierter Schritt.

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