Übersicht Bosnien und Herzegowina

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Die politischen Institutionen in Bosnien und Herzegowinas sind weiterhin vom Erbe des Krieges der 1990er Jahre geprägt, wobei sich die Gesellschaft von einer Nachkriegsmentalität erholt hat. Die Führung der Republika Srpska stellt wiederholt die Legitimität staatlicher Institutionen infrage und droht mit Abspaltung, was die Rechtsstaatlichkeit belastet. Interventionen des Büros des Hohen Repräsentanten und gerichtliche Verfahren wirkten diesen Entwicklungen entgegen.

Die wirtschaftliche Transformation verläuft langsam, aber stabil. Moderates Wachstum, ein robuster Arbeitsmarkt und hohe geldpolitische Stabilität stützten die sozioökonomische Entwicklung trotz inflationsbedingter Belastungen infolge der COVID-19-Pandemie und des Krieges in der Ukraine. Strukturelle Schwächen wie administrative Hürden, regulatorische Fragmentierung und ein überdimensionierter öffentlicher Sektor hemmen jedoch weiterhin die Entwicklung des Privatsektors.

Die staatliche Steuerungsfähigkeit wird weiterhin durch verfestigte Patronagenetzwerke in allen großen Parteien beeinträchtigt, was die institutionelle Leistungsfähigkeit schwächt und die Reformumsetzung einschränkt. Gleichwohl trugen verbesserte Gesetzgebungstätigkeit, die teilweise Erfüllung zentraler EU-Prioritäten und eine intensivierte internationale Einbindung zur Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen im März 2024 bei.

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