Im März 2018 kam die Mitte-Rechts-Regierung von Sebastián Piñera an die Macht. Unzufriedenheit mit allen politischen Parteien und mit der andauernden sozialen Ungleichheit führte ab Oktober 2019 zu einer Reihe von massiven Protesten. 78 % der Chilenen stimmten im Oktober 2020 für eine neue Verfassung, und im Mai 2021 wurde eine verfassungsgebende Versammlung gewählt.

Das Wirtschafts- und Produktivitätswachstum der chilenischen Wirtschaft hat sich kontinuierlich verlangsamt. Chiles kleine, wenig diversifizierte Wirtschaft ist von importierten fossilen Brennstoffen abhängig und sehr anfällig für Schwankungen der weltweiten Rohstoffpreise. So führte die COVID-19-Pandemie zu einem Rückgang des BIP um 6% und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Die Proteste vom Oktober 2019 erzwangen eine radikale Neuausrichtung der politischen Agenda auf die unmittelbare Einlösung unerfüllter sozialer Forderungen. Chile wurde von der COVID-19-Pandemie schwer getroffen, und die meisten Chilenen bewerteten die Reaktion der Regierung auf die Pandemie und den Schutz des Einkommens der Bevölkerung negativ.

Gesamten Länderbericht anzeigen