Präsident Rodrigo Chaves regiert in einem populistischen und konfrontativen Stil und stellt politische Parteien, die Presse und das System der Gewaltenteilung offen infrage. Die soziale und politische Polarisierung hat zugenommen, während das Vertrauen in Institutionen und die Unterstützung für die Demokratie niedrig bleiben. Trotzdem verfügt Chaves weiterhin über hohe Zustimmungswerte, während die geringe Wahlbeteiligung auf eine mögliche Anfälligkeit für demokratische Erosion hindeutet.
Costa Rica befindet sich weiter auf dem Weg zu fiskalischer und wirtschaftlicher Stabilität. Die Armut ist zurückgegangen und das Wachstum hat angehalten, doch die Einkommensungleichheit bleibt bestehen. Ein zweigeteilter Arbeitsmarkt begünstigt bestimmte Branchen und qualifizierte Arbeitskräfte, während geringqualifizierte Beschäftigte und benachteiligte Gruppen weiterhin strukturellen Hürden ausgesetzt sind.
Steigende Kriminalitäts- und Mordraten, bedingt durch die Rolle Costa Ricas als Umschlagplatz für Drogen, haben das Sicherheitsgefühl geschwächt und den Tourismussektor belastet. Der politische Konsens ist begrenzt, da der konfrontative Führungsstil des Präsidenten Koalitionsbildung erschwert und die Politikgestaltung behindert.