Dschibuti ist unter Präsident Ismaïl Omar Guelleh und der regierenden Partei politisch stabil geblieben. Die Dominanz der Regierungskoalition wurde durch die Präsidentschaftswahlen 2021 und die Parlamentswahlen 2023 bestätigt, die ohne nennenswerten politischen Wettbewerb stattfanden. Die politische Partizipation bleibt begrenzt, da weder parlamentarische noch außerparlamentarische Opposition als wirksames Gegengewicht zur Exekutive fungiert.
Die sozioökonomische Entwicklung ist weiterhin durch strukturelle Hemmnisse geprägt. Hohe Arbeitslosigkeit, klimabedingte Belastungen und zunehmende Land-Stadt-Migration bremsen den Fortschritt, während die Umsetzung zentraler Entwicklungsziele nur langsam vorankommt. Die makroökonomische Stabilität ist aufgrund der hohen Staatsverschuldung angespannt und birgt Risiken für die fiskalische Nachhaltigkeit. Staatliche Dominanz in Schlüsselindustrien, Korruption und Ineffizienz beeinträchtigen die Entwicklung des Privatsektors.
Die Regierungsführung Dschibutis profitiert von der strategischen geopolitischen Lage des Landes. Einnahmen aus ausländischen Militärbasen sowie diversifizierte internationale Partnerschaften, darunter die 2024 erneuerte Verteidigungskooperation mit Frankreich, stärken die staatliche Handlungsfähigkeit. Gleichzeitig erfordern regionale Instabilität und anhaltende Sicherheitsrisiken eine dauerhaft effektive Regierungsführung.