In Ägypten blieb das politische System von Militär- und Geheimdienstakteuren dominiert, mit weitreichenden exekutiven Befugnissen und einer stark eingeschränkten Unabhängigkeit der Justiz. Die politische Partizipation und die bürgerlichen Freiheiten gingen weiter zurück und die Präsidentschaftswahl 2023 war weder frei noch fair. Die Zivilgesellschaft bleibt anhaltender Repression ausgesetzt, darunter weit verbreitete Inhaftierungen sowie Fälle des Verschwindenlassens und eine umfassende staatliche Kontrolle der Medien.
Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich infolge externer Schocks. Fiskalische und monetäre Instabilität nahmen zu und äußerten sich in hoher Inflation, schrumpfenden Währungsreserven und steigender Verschuldung. Die Ausweitung des IWF-Kredits führte zu einer deutlichen Abwertung der Währung, während Austeritätsmaßnahmen und Subventionskürzungen fortgesetzt wurden. Die Armut stieg während der Mittelschicht weiter ausgehöhlt wurde und der soziale Schutz blieb unzureichend.
Das Regierungshandeln war weiterhin auf die Stabilität des Regimes ausgerichtet. Das Präsidiale Amnestiekomitee und der Nationale Dialog führten zu keinen substanziellen Ergebnissen. Die Regierung priorisierte die Interessen der Eliten und unternahm nur begrenzte Anstrengungen zur Bekämpfung von Korruption. Die internationale Kooperation wurde durch größere Investitionsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Europäischen Union ausgebaut. Zudem vertiefte Ägypten seine Beziehungen zu Russland, China und Indien nach dem Beitritt zur BRICS-Gruppe.