Gabun erlebte zwischen 2023 und 2025 die tiefgreifendste politische Transformation seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960. Nach dem Putsch vom August 2023 setzte General Brice Oligui Nguema die Verfassung und die staatlichen Institutionen außer Kraft und führte eine Übergangsregierung an. Im April 2024 fand ein nationaler Dialog mit breiter Beteiligung statt, bei dem viele Empfehlungen erarbeitet wurden. Viele davon flossen in eine neue Verfassung ein, die im November 2024 mit 92 % Zustimmung angenommen wurde. Die Präsidentschaftswahlen im April 2025 markierten einen positiven Schritt in Richtung Demokratisierung. Allerdings erlaubt die neue Verfassung auch den Putschisten, selbst zu kandidieren, und es bleibt offen, ob das Parlament künftig wirksame Kontrollbefugnisse gegenüber dem Präsidenten ausüben kann.

Wirtschaftlich hat Präsident Nguema internationale Geber gezielt angesprochen und die Neuverhandlung der Staatsverschuldung eingeleitet. Gleichzeitig bemüht sich die Regierung, die starke Abhängigkeit von Öl- und Gasexporten zu verringern, die weiterhin ein zentrales Entwicklungshemmnis darstellen.

Die Governance ist geprägt von außenpolitischer Kontinuität. Nguema hat die engen Beziehungen zu Frankreich, der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten beibehalten und eine aktive regionale Diplomatie betrieben, um Anerkennung und Unterstützung für die politische Übergangsphase zu sichern.

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