Zwischen 2023 und 2025 erlebte Georgien einen deutlichen Rückschritt in der demokratischen Entwicklung und eine klare politische Neuorientierung. Die regierende Partei Georgischer Traum festigte ihre Macht durch die Verabschiedung des umstrittenen „Agentengesetzes“, das Medien und Zivilgesellschaft einschränkte. Die Parlamentswahlen 2024, begleitet von Betrugsvorwürfen, sowie die Aussetzung der EU-Beitrittsverhandlungen führten zu Massenprotesten und verstärkter Repression gegenüber der Opposition und Zivilgesellschaft. Zum ersten Mal wird Georgien im BTI nun als Autokratie kategorisiert.
Das Wirtschaftswachstum blieb stabil, wurde jedoch zunehmend von Russland und China getragen. Westliche Investitionen gingen angesichts politischer Unsicherheit zurück, während intransparente Abkommen mit östlichen Partnern Fragen nach langfristiger Tragfähigkeit und Regierungsführung aufwarfen. Korruption und mangelnde Unabhängigkeit der Justiz schwächten das Investitionsklima zusätzlich.
Die Außenpolitik entfernte sich vom bisherigen prowestlichen Kurs hin zu engerer Zusammenarbeit mit Russland und China. Diese Neuausrichtung, verbunden mit nationalistischer Rhetorik und dem Rückzug aus europäischen Institutionen, vergraulte westliche Partner und vertiefte die innenpolitische Polarisierung.