Das Militärregime des National Committee of Reconciliation and Development (CNRD) blieb über den geplanten Übergangstermin im Dezember 2024 hinaus an der Macht, ohne einen der zehn Punkte der Roadmap vollständig umzusetzen. Übergangspräsident Doumbouya legte keinen neuen Zeitplan vor, was zu einem Legitimationsverlust und wachsendem Druck der Opposition führte. Die Junta schränkte Pressefreiheit, Bürgerrechte und politischen Wettbewerb massiv ein und regierte ohne wirksame Kontrollinstanzen.

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch die Aufnahme der Förderaktivitäten in der Simandou-Eisenerzmine getragen, was neue Arbeitsplätze schuf. Dennoch leben große Teile der Bevölkerung weiterhin unter prekären Bedingungen. Mehrere Finanzskandale mit hoher politischer Tragweite verdeutlichten strukturelle Governance-Schwächen.

Korruption, fehlende Transparenz und der Mangel an inklusivem Dialog prägen weiterhin den Übergangsprozess. Die Urteile im Prozess zum Massaker von 2009 markierten einen wichtigen Schritt für Transitional Justice, doch insgesamt bleibt die Governance autoritär und wenig rechenschaftspflichtig.

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