Kroatiens politische Transformation wurde von institutionellen Spannungen geprägt. Persönliche Konflikte zwischen Premierminister Andrej Plenković und Präsident Zoran Milanović schwächten die politische Koordination, insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik. Ein Superwahljahr bestätigte die Dominanz der Regierungspartei, die sich trotz Korruptionsskandalen und Kritik an der Unabhängigkeit der Justiz eine dritte Amtszeit sicherte. Nach einem Urteil des Verfassungsgerichts wurden die Wahlkreisgrenzen neu zugeschnitten, während Milanovićs Kandidatur für das Amt des Preminierministers zur Wahrung der Gewaltenteilung untersagt wurde.
Die wirtschaftliche Transformation Kroatiens profitierte vom Beitritt zur Eurozone und zum Schengen-Raum. Die Regierung hielt an fiskalischer Stabilität fest, senkte die Staatsverschuldung und verbesserte die Kreditfähigkeit. Die Inflation ging zurück, auch wenn das Preisniveau weiterhin als hoch wahrgenommen wurde. Niedrige Arbeitslosigkeit bestand fort, begleitet von zunehmender Arbeitsmigration, während die Immobilienpreise weiter stiegen.
EU-Mittel unterstützten Verwaltungsreformen, die Digitalisierung sowie Investitionen in erneuerbare Energien, doch Korruption und Ineffizienz der Justiz untergruben weiterhin das institutionelle Vertrauen. Defizite im Abfallmanagement blieben insbesondere in Großstädten bestehen. International unterstützte Kroatien die Ukraine und den EU-Beitrittskurs von Bosnien und Herzegowina, während die Beziehungen zu Serbien angespannt blieben.