Präsident Qassym-Schomart Toqajew hat seine Macht seit den Unruhen Anfang 2022 weiter gefestigt, die Einflusssphären des früheren Präsidenten Nasarbajew vollständig beseitigt und seinen eigenen Machtzirkel gestärkt. Die Verfassungsreform von 2022 ebnete den Weg für eine siebenjährige Amtszeit und begrenzte politische Diversifizierung, doch echte Konkurrenz bleibt aus. Trotz des Einzugs von sechs Parteien ins Parlament 2023 dominiert die regierende Amanat-Partei weiterhin ein zunehmend zentralisiertes politisches System.
Die wirtschaftliche Entwicklung zwischen 2023 und 2025 bleibt verhalten, das Wachstum liegt deutlich unter dem Niveau des vorangegangenen Jahrzehnts. Anhaltende Inflation, eine schwache Währung und hohe Lebenshaltungskosten belasten die Haushalte. Haushaltsdefizite und soziale Unzufriedenheit verweisen auf strukturelle Ungleichgewichte, die die Regierung bislang nicht beheben konnte.
Trotz Tokajews erklärter Reformagenda bleibt die Regierungsführung durch begrenzte Transparenz, weitverbreitete Korruption und staatliche Eingriffe in Schlüsselbereiche geprägt. Internationale Partner drängen weiterhin auf stärkere Reformen zur Förderung von Wettbewerb, Innovation und Rechenschaftspflicht.