Kuwaits politische Entwicklung war von einer stärkeren Machtkonzentration nach dem Amtsantritt von Emir Mishal Ende 2023 geprägt. Sein entschiedenerer Führungsstil fiel in eine Phase wachsender institutioneller Blockaden, da die langanhaltende Lähmung zwischen Exekutive und Legislative trotz wiederholter Wahlen anhielt. Die Zuspitzung endete in der Suspendierung des Parlaments im Mai 2024. Die Ernennung von Sabah al-Khalid al-Sabah zum Kronprinzen signalisierte einen kontrollierten Generationswechsel, während zunehmende Aberkennungen der Staatsbürgerschaft den politischen und menschenrechtlichen Druck verstärkten.
Die Wirtschaft bleibt stark vom Öl abhängig, während die Diversifizierung nur langsam vorankommt. Veraltete Infrastruktur, Qualifikationslücken und klimatische Belastungen behindern trotz hoher Einkommen ein nachhaltiges Wachstum. Etwa 70 % der Kuwaiter arbeiten im öffentlichen Sektor, während die meisten Beschäftigten im privaten Sektor ausländische Arbeitsmigranten sind, die häufig sozial ausgegrenzt sind und mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Die Governance wurde durch anhaltende politische Turbulenzen belastet, da die fortdauernde Blockade und die zunehmende Zentralisierung unter Emir Mishal die institutionelle und administrative Leistungsfähigkeit schwächten. Regional verfolgte Kuwait eine vorsichtige Diplomatie, um Stabilität zu wahren.