Die Wahlen von 2024 markierten einen deutlichen Wandel: Claudia Sheinbaum wurde als erste Frau zur Präsidentin gewählt, und das von Morena geführte Bündnis erreichte eine dominante Mehrheit im Kongress. Dadurch konnten weitreichende Verfassungsreformen verabschiedet werden, darunter direkte Richterwahlen, die Auflösung autonomer Aufsichtsbehörden und eine Ausweitung des militärischen Einsatzes in der inneren Sicherheit. Diese Veränderungen haben die Exekutivmacht gestärkt und die institutionelle Unabhängigkeit geschwächt. Korruption bleibt weit verbreitet.
Das Wirtschaftswachstum hat sich verlangsamt. Ein großer informeller Sektor begrenzt die fiskalischen Möglichkeiten, während die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Nachhaltigkeitsziele erschwert. Steigende Spannungen mit den Vereinigten Staaten und Unsicherheit im Hinblick auf die Überprüfung des Freihandelsabkommens mit Kanada und den USA 2026 bergen zusätzliche Risiken.
Die Governance ist zunehmend zentralisiert. Drogenkartelle und kriminelle Gruppen üben weiterhin erhebliche territoriale Kontrolle aus, was zu anhaltend hohen Tötungsraten und einer Schwächung der Strafverfolgung führt. Die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sind zunehmend belastet, da Washington den Druck erhöht, Migration und Drogenhandel einzudämmen.