Tadschikistan bleibt ein autoritärer Staat, in dem Präsident Emomali Rahmon, seine Familie und enge Vertraute die politische Macht monopolisiert haben. Die Parlamentswahlen 2025 festigten die Dominanz der regierenden Volksdemokratischen Partei. Vorbereitungen für einen dynastischen Machttransfer auf Rahmons Sohn haben begonnen, während die Repression gegen Opposition, Journalisten und Minderheiten weiter zunahm.
Die Wirtschaftspolitik bleibt stark von externer Finanzierung abhängig. Westliche Unterstützung ist zurückgegangen, während chinesische Kredite deutlich zugenommen haben und dabei die Macht der Exekutive weiter stärken. Rücküberweisungen von Arbeitsmigranten machen weiterhin einen großen Teil des BIP aus, wodurch die Wirtschaft gegenüber externen Schocks und Schwankungen besonders verwundbar bleibt.
Die Außenbeziehungen zu Usbekistan haben sich verbessert, und die Grenzverhandlungen mit Kirgisistan wurden 2024 abgeschlossen. Tadschikistan verfolgt gegenüber Afghanistan einen pragmatischeren Kurs und versucht, den Einfluss Russlands und Chinas auszubalancieren. Moskaus Einfluss hat abgenommen, bleibt aber in militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht bedeutsam.