Tansania hat unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan eine vorsichtige politische Öffnung erlebt. Sie leitete eine Reformagenda ein, die auf die Wiederbelebung demokratischer Praktiken nach Jahren politischer Repression abzielt. Schritte hin zu stärkerem politischen Wettbewerb umfassten die Einsetzung einer Taskforce zur Mehrparteiendemokratie sowie Zusagen zur Reform zentraler Gesetze und der Verfassung. Zentrale Veränderungen, insbesondere zur Unabhängigkeit der Wahlkommission und zur Verfassungsreform, wurden jedoch verzögert. Die Kommunalwahlen 2024 waren von Unregelmäßigkeiten geprägt und verdeutlichten anhaltende Defizite bei politischer Partizipation und Rechtsstaatlichkeit.
Wirtschaftspolitisch vollzog die Regierung einen Kurswechsel hin zu marktorientierten Ansätzen und rückte von der staatszentrierten Politik der Vorgängerregierung ab. Die Reformen konzentrierten sich auf Privatisierung, die Förderung ausländischer Direktinvestitionen sowie investitionsfreundliche Gesetzgebung, gestützt auf makroökonomische Stabilität und umfangreiche öffentliche Investitionszusagen.
Die Governance war durch ambitionierte Reformziele bei begrenzter Umsetzungskapazität gekennzeichnet. Interner Widerstand innerhalb der Regierungspartei sowie öffentliche Kontroversen um große Investitionsabkommen erschwerten die Konsensbildung und verlangsamten den Reformfortschritt.