Der Reformprozess in Usbekistan stagnierte nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum von 2023, das zahlreiche politische Verzerrungen enthielt. Die anschließenden Präsidentschaftswahlen bestätigten den Amtsinhaber, während die Parlamentswahlen 2024 einen weiteren Rückschritt in demokratischen Standards markierten. Das Fehlen oppositioneller Parteien verfestigte die Einparteienherrschaft und vertiefte die Dysfunktion des politischen Systems.

Die wirtschaftlichen Reformen kamen nur langsam voran. Die Verhandlungen über den Beitritt zur Welthandelsorganisation machten Fortschritte, und erste fiskalische Anpassungen wurden umgesetzt.

Die Regierungsreformen blieben weitgehend deklaratorisch. Die Entwicklungsstrategie Usbekistan-2030 und ökologische Initiativen standen im Widerspruch zu anhaltender Abholzung und unkontrollierter Bautätigkeit. Strukturelle Ineffizienzen, Korruption und schwache institutionelle und personelle Kapazitäten behindern jedoch weiterhin eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und mehr Transparenz. Außenpolitisch zeigte sich eine deutlich pro-russische Orientierung, obwohl Usbekistan eine Vollmitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion weiterhin ablehnt. Regionale Integrationsbemühungen in Zentralasien verloren an Dynamik.

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