Nach den umstrittenen Wahlen von 2022 in Angola, aus denen die Regierungspartei und Präsident João Lourenço mit einer reduzierten Mehrheit hervorgingen, breitete sich die Ernüchterung über das politische System weiter aus. Zwar zeigte sich die Opposition zunehmend selbstbewusst, unter anderem durch den ersten parlamentarischen Versuch, den Präsidenten seines Amtes zu entheben, was jeddoch durch die Kontrolle der Partei über Parlament und Justiz verhindert wurde Die Menschenrechtslage bleibt fragil, während sich die Pressefreiheit weiter verschlechterte.
Die wirtschaftliche Situation bleibt unsicherund ist durch eine geringe Diversifizierung sowie eine anhaltende Unterfinanzierung der Gesundheits- und Bildungssysteme gekennzeichnet. Wiederholte Streiks in beiden Sektoren verweisen auf schlechte Arbeitsbedingungen und wachsende soziale Unzufriedenheit. Teile der aufstrebenden Mittelschicht sehen sich mit schrumpfenden Aufstiegschancen konfrontiert, was das Vertrauen in sozialen Aufstieg schwächt und Emigrationsüberlegungen verstärkt.
Im Bereich der Governance zeigt sich ein gemischtes Bild. Während die innenpolitische Reformfähigkeit begrenzt bleibt, konnte Präsident João Lourenço die internationale Zusammenarbeit stärken. Dazu zählen substanzielle ausländische Investitionszusagen, der Staatsbesuch des damaligen US-Präsidenten Joe Biden, sowie der Ausbau der Beziehungen zu Partnern im südlichen und zentralen Afrika.