Die politische Transformation Albaniens war im Berichtszeitraum maßgeblich durch den beschleunigten EU-Beitrittsprozess geprägt. Strukturelle Reformen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und zur Stärkung der Strafverfolgungsbehörden festigten die staatliche Autorität und die Rechtsstaatlichkeit. Gleichzeitig bleibt der Wahlrahmen instabil, da politisches Misstrauen, Polarisierung und politische Einflussnahme auf die Wahlverwaltung die institutionelle Glaubwürdigkeit beeinträchtigen. Korruption und uneinheitliche Gerichtsentscheidungen schwächen zudem die Rechenschaftspflicht.
Wirtschaftlich verzeichnete Albanien eine robuste Entwicklung mit solidem Wachstum und steigenden ausländischen Direktinvestitionen. Verbesserte fiskalische Stabilität, sinkende Defizite, eine rückläufige Schuldenquote und fallende Inflation ermöglichten höhere Ausgaben für soziale Entwicklung. Strukturreformen, insbesondere die Digitalisierung öffentlicher und wirtschaftsnaher Dienstleistungen, unterstützten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Die Governance verbesserte sich hinsichtlich Prioritätensetzung und internationaler Zusammenarbeit, insbesondere im EU-Kontext. Zugleich bleibt der Reformprozess stark von externen Akteuren abhängig. Ineffiziente Institutionen und verfestigte Patronagenetzwerke beeinträchtigen weiterhin die Nachhaltigkeit zentraler Reformen.