Am 27. September 2020 begann Aserbaidschan seinen Krieg um Berg-Karabach, eine seit langem umstrittene Region namens Artsakh in Armenien. Er endete nach 44 Tagen, als Russland einen Waffenstillstand vermittelte, mit einer Niederlage der armenischen Streitkräfte, was zu schwerer politischer Instabilität führte und den demokratischen Übergang in Armenien erheblich gefährdete.

Die armenische Wirtschaft wurde sowohl durch die COVID-19-Pandemie als auch durch den Krieg in Berg-Karabach schwer getroffen. Bis Mitte 2020 war die Wirtschaft um 5,7 % geschrumpft, was die strukturellen Schwächen noch verschärfte. Zu den anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen gehören niedrige landwirtschaftliche Erträge, die Abhängigkeit von Russland bei Exporten und Rücküberweisungen, die steigende Inflation und die hohen Ölpreise.

Der Berg-Karabach-Krieg und die Pandemie brachten die Reformbewegung Armeniens zum Stillstand. Zwar gab es nach der Revolution von 2018 in vielen Bereichen Veränderungen, doch waren diese Reformen lückenhaft und hatten keine tiefgreifenden Auswirkungen. Die Regierung leitete Korruptionsermittlungen ein, doch groß angelegte institutionelle Veränderungen wurden nicht umgesetzt.

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