Armeniens Demokratie hat im Berichtszeitraum Fortschritte gemacht, bleibt jedoch auf fragilen Grundlagen bestehen. Die Polarisierung zwischen regierungsnahen und regierungskritischen Lagern hat sich infolge des Krieges um Bergkarabach 2020 weiter vertieft. Die Proteste von 2024 machten deutlich, dass demokratische Normen nur ungleichmäßig gewahrt werden und oppositionelle, aber demokratisch gewählte Lokalpolitiker politischem Druck ausgesetzt sind.
Das Wirtschaftswachstum wurde vor allem vom Bau- und Technologiesektor getragen und durch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gestützt. Zugleich behindern die Abhängigkeit von der von Russland geführten Eurasischen Wirtschaftsunion sowie die geschlossenen Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan weiterhin die regionale Integration und eine nachhaltige Entwicklung.
Die Regierung versucht, pragmatische Beziehungen zu Russland mit einer vertieften Zusammenarbeit mit westlichen Demokratien in Einklang zu bringen. Das Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der EU bietet einen Rahmen für Reformen und Modernisierung, doch die Fortschritte bleiben angesichts der anhaltenden sicherheitspolitischen Herausforderungen nach dem Krieg von 2020 begrenzt.