Bhutan hat seine vierten nationalen Wahlen abgehalten, die stabile politische Konkurrenz und geordnete institutionelle Abläufe widerspiegeln, wobei die ideologischen Unterschiede zwischen den Parteien gering sind. Die People’s Democratic Party gewann die Mehrheit, während die Bhutan Tendrel Party die Oppositionsrolle übernahm. Die abgewählte Druk Nyamrup Tshogpa verlor an Unterstützung, unter anderem angesichts öffentlicher Unzufriedenheit mit Pandemiemaßnahmen und Verwaltungsreformen. Damit reiht sich diese Wahl in eine seit 2013 bestehende Schleife häufiger Regierungswechsel ein.
Die wirtschaftliche Entwicklung wurde gestützt durch den Ausbau der Wasserkraft, Investitionsinitiativen und die fortgesetzte Zusammenarbeit mit Indien. Neue Projekte zur Förderung ausländischer Investitionen zielen auf eine breitere Diversifizierung ab, da ein Großteil der Wirtschaft noch agrarisch geprägt ist. Hohe Auslandsschulden, eingeschränkter Kapitalzugang und fortwirkende Pandemiefolgen begrenzen das Wachstum des Privatsektors und die Beschäftigungsmöglichkeiten.
Die Regierungsführung steht durch Abwanderung in der Verwaltung, rückläufige Rücküberweisungen und strukturelle Verwundbarkeiten unter Druck. Gleichzeitig erweitert Bhutan seine internationale Zusammenarbeit und unterhält diplomatische Beziehungen zu 56 Ländern und intensiviert seine Kooperation mit der Europäischen Union und erneute Grenzverhandlungen mit China.