In China hat die politische Führung ihre Macht weiter gefestigt. Xi Jinping sicherte sich eine dritte Amtszeit und ernannte Li Qiang zum Premier. Säuberungen im Militär und ein stärkerer Fokus auf nationale Sicherheit verstärkten die Kontrolle des Partei-Staates. Die Absage der jährlichen Pressekonferenz auf dem Volkskongress 2024 verringerte Transparenz und den Zugang zu Informationen.
Nach Aufhebung der COVID-19-Beschränkungen Anfang 2023 flaute die anfängliche Erholung ab und strukturelle Schwächen traten erneut hervor, darunter schwache Binnennachfrage, deflationärer Druck, Immobilienkrise und ein Einbruch ausländischer Direktinvestitionen. Konjunkturmaßnahmen stellten das Vertrauen des Privatsektors nur begrenzt wieder her. Die offizielle BIP-Wachstum von 5 % für 2024 wurde aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit, des Verlusts von Arbeitsplätzen und der Schwierigkeiten, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, kritisiert. Die Kapazitäten für Solar- und Windenergie stiegen deutlich, und die Exporte nahmen Ende 2024 wieder zu. Eine Rentenreform, die im Januar 2025 in Kraft trat, erhöhte das Rentenalter aufgrund demografischer Veränderungen.
Die Bemühungen der Regierung, den privaten Sektor durch Investitionen und die Weiterentwicklung heimischer Technologie zu fördern und gleichzeitig die staatliche Kontrolle aufrechtzuerhalten, waren nur begrenzt erfolgreich. Gesellschaftliche Spannungen resultierten in gewaltsamen Vorfällen. Die Spannungen mit den Vereinigten Staaten und der EU über Technologie und Handel nahmen zu. China setzte verstärkt auf technologische Eigenständigkeit und vertiefte die Kooperation mit Russland und dem Globalen Süden. Die militärischen Spannungen in der Taiwanstraße und im Südchinesischen Meer verstärkten sich.