Die politische Transformation Tschechiens wurde von wachsender sozialer Polarisierung geprägt. Die Wahl von Präsident Petr Pavel markierte eine symbolische Rückkehr zu einer berechenbaren, proeuropäischen und NATO-orientierten Außenpolitik. Gleichzeitig vertieften sich gesellschaftliche Spaltungen infolge überlagernder Krisen, was die Konsolidierung populistischer, nationalistischer und euroskeptischer Kräfte begünstigte. Die Opposition blieb fragmentiert, wobei Premierminister Andrej Babiš und seine Partei eine zunehmend radikalisierte Protestlandschaft dominierten.

Die wirtschaftliche Entwicklung blieb problematisch. Das Wachstum stagnierte, während Inflation, hohe Energiepreise und steigende Wohnkosten den Lebensstandard, insbesondere der Mittelschicht, senkten. Fiskalische Konsolidierung führte zu Kürzungen bei Bildung und Forschung und beeinträchtigte die langfristigen Wachstumsperspektiven. Die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt schritt voran, jedoch überwiegend unterhalb ihrer Qualifikationen.

In Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine übernahm Tschechien eine aktivere Rolle in der Europäischen Union und der NATO, diversifizierte seine Energieversorgung und vertiefte die sicherheitspolitische Kooperation. Im Inland schränken hohe Pflichtausgaben und regulatorische Hürden weiterhin die strategische Steuerungsfähigkeit ein.

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