Die verschobenen Parlaments- und Regionalwahlen in Äthiopien wurden von der Tigray-Bevölkerung als verfassungswidrige Überschreitung der Kompetenzen der Bundesregierung angesehen und entwickelten sich schnell zu einem schwerwiegenden Konflikt zwischen den drei großen Ethnien des Landes: den Oromo (die 34 % der Bevölkerung ausmachen), den Amhara (27 %) und den Tigray (6 %).

Der wirtschaftliche Aufschwung Äthiopiens stagniert allmählich, da sich ein liberaleres, flexibleres System im Sinne einer offenen Wirtschaft durchgesetzt hat. Ausländische private Direktinvestitionen gingen infolge der politischen Unruhen zurück. Außerdem hat die Regierung angekündigt, dass sie die Wirtschaft „grün” machen will.

Die Bemühungen von Premierminister Abiy, demokratische Reformen einzuführen und die Wirtschaft zu liberalisieren, wurden durch die Coronavirus-Pandemie jäh gestoppt. Er entschied sich für eine gewaltsame Konfliktlösung gegenüber den Tigray. Die Lösung der anhaltenden Auseinandersetzung zwischen zwei grundverschiedenen Staatsauffassungen - ethno-nationaler Föderalismus vs. nationaler Zentralismus - wird einen umfassenden nationalen Dialog erfordern.

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