Übersicht Guinea-Bissau

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Die anhaltende Verfassungskrise führte zu politischer Instabilität bei der Bildung einer neuen Regierung nach den Parlamentswahlen im März 2019. Nachdem im November und Dezember 2019 schließlich umstrittene Präsidentschaftswahlen stattfanden, erklärte sich der ehemalige Premierminister Umaró Sissoco Embaló zum Präsidenten. Im Zusammenhang mit Embalós eigenmächtiger Amtseinführung stürmte die Armee das Büro des Premierministers und besetzte andere staatliche Einrichtungen.

Die Wirtschaft ist nach wie vor wenig diversifiziert und von vielschichtiger Korruption und Drogenhandel geprägt. Die im Zusammenhang mit COVID-19 verhängte Ausgangssperre führte zu einem Rückgang des Verbrauchs und der inländischen Investitionen. Der Handel wurde unterbrochen, und auch die Ausfuhr und die Preise von Exportprodukten wurden in Mitleidenschaft gezogen, was zu negativen Wirtschaftswachstumsraten für 2020 führte.

Die politische Instabilität aufgrund des lange andauernden politischen Patts verhinderte notwendige Reformen. Die Qualität der staatlichen Dienstleistungen - insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung und Sicherheit - ist nach wie vor niedrig. Die von den Sicherheitskräften begangenen Menschenrechtsverletzungen haben zugenommen, und auf Medien und Politiker wurde politischer Druck ausgeübt.

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