Die politischen Entwicklungen waren von wachsendem Autoritarismus unter Präsident Umaro Sissoco Embaló geprägt. Ende 2023 wurde das Parlament aufgelöst, die Wahlen 2024 verschoben und die Macht der Präsidentschaft weiter ausgebaut. Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit wurden stark eingeschränkt, Proteste gewaltsam unterdrückt. Die Justiz wurde instrumentalisiert, um politischen Wettbewerb zu behindern, während Oppositionelle und Journalist:innen Einschüchterung und Verfolgung ausgesetzt waren.
Die wirtschaftliche Aktivität konzentriert sich weitgehend auf Cashew-Exporte und ist nur schwach diversifiziert. Niedrige Einkommen und mangelhafte öffentliche Dienstleistungen bestehen fort. Zwar wurden mit Unterstützung des IWF einige Reformen umgesetzt, doch strukturelle Probleme wie weitverbreitete Korruption und Drogenhandel untergraben weiterhin die wirtschaftliche Stabilität und Entwicklung.
International pflegte Embaló enge Beziehungen zu Frankreich, Portugal, Senegal, Russland, China und Indien. Diese Partnerschaften stärkten zwar seine internationale Position, führten jedoch nicht zu demokratischem Fortschritt im Inland. Repression, Korruption und blockierte politische Reformen prägen weiterhin die fragile Governance-Landschaft des Landes.