Die politische Entwicklung Ungarns ist unter Ministerpräsident Viktor Orbán weiterhin von Autokratisierung und der Konsolidierung eines illiberalen Regimes geprägt. Seit 2024 hat sich das Parteiensystem jedoch durch das Auftreten der Oppositionspartei TISZA verändert, die von dem ehemaligen Fidesz-Insider Péter Magyar geführt wird. Trotz eines systemisch zugunsten der Regierungspartei verzerrten politischen Umfelds hat diese Bewegung die fragmentierte demokratische Opposition überholt, frühere Fidesz-Wähler mobilisiert und bei den Europa- und Kommunalwahlen im Juni 2024 beachtliche Ergebnisse erzielt.
Die ungarische Wirtschaft steht weiterhin unter Druck. Die anhaltende Sperrung von EU-Mitteln belastet den Staatshaushalt erheblich. Korruption und Oligarchisierung verzerren den Wettbewerb, während Inflation, rückläufige Investitionen und anhaltende Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
In der Governance haben sich die Beziehungen zu westlichen Partnern weiter verschlechtert. Die Regierung hält trotz der EU- und NATO-Mitgliedschaft an engen Beziehungen zu Russland und China fest, was die Spannungen mit den EU-Institutionen verschärft hat. Die ungarische Ratspräsidentschaft der Europäischen Union im Jahr 2024 erzielte nur begrenzte legislative Ergebnisse.