Nach der brutalen Niederschlagung der landesweiten Proteste im November 2019 haben Präsident Hassan Rouhani und sein sogenanntes „Reformlager” in weiten Teilen der Bevölkerung fast jeden Zuspruch verloren. Die Parlamentswahlen im Februar 2020 spiegelten die Enttäuschungen wider: Die Wahlbeteiligung war gering, und während konservative Kandidaten 221 der 290 Sitze errangen, erhielten reformorientierte Kandidaten nur 19 Mandate.

Die iranische Wirtschaft stand unter dem dreifachen Schock der Sanktionen, des Ölpreisverfalls und der Auswirkungen der Pandemie, der zu rasch schrumpfenden Devisenreserven und geringeren Steuereinnahmen führte. Es wird erwartet, dass sich das Haushaltsdefizit weiter ausweiten wird.

Die Coronavirus-Pandemie hat den Iran sehr hart getroffen. Bis Januar 2021 wurden über 1,2 Millionen Infektionen und fast 60 000 Todesfälle gemeldet, die mit Abstand höchste Zahl in der Region. Dies ist auf eklatante Misswirtschaft der Regierung in Verbindung mit unzureichender medizinischer Infrastruktur und mangelnder Aufklärung der Bürger zurückzuführen.

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