Kenia erlebte erhebliche politische Turbulenzen infolge der Versuche der Regierung, fiskalischen Druck durch Steuerreformen zu bewältigen. Massenproteste gegen die Finanzreform 2024 eskalierten zu landesweiten Unruhen, die im Sturm auf das Parlament und dessen Inbrandsetzung gipfelten. Präsident William Ruto löste daraufhin sein Kabinett auf, während bürgerliche und politische Rechte durch harte Maßnahmen gegen Demonstrierende und Kritiker zunehmend eingeschränkt wurden. Die politische Instabilität vertiefte sich durch das Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsident Rigathi Gachagua und die anschließende Ernennung von Kithure Kindiki sowie durch die Einbindung von Oppositionspolitikerinnen und -politikern in die Regierung.

Wirtschaftlich sah sich Kenia mit steigenden Lebenshaltungskosten und einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung konfrontiert. Hohe öffentliche Verschuldung, ererbte fiskalische Zwänge und ein aufgeblähter öffentlicher Lohnsektor schränkten den politischen Handlungsspielraum ein. Steuererhöhungen und der Abbau von Subventionen zur Stabilisierung der Staatsfinanzen verschärften die soziale Unzufriedenheit.

Die Regierungsführung war geprägt von reaktivem Krisenmanagement, politischem Machterhalt und einer Neuordnung politischer Eliten. Zentrale Vorhaben wie der Hustler Fund, welcher zu inklusivem Wachstum beitragen sollte, litten unter operativen Schwächen und hohen Kreditausfällen.

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