Übersicht Kambodscha

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Kambodschas politisches System bleibt von der Cambodian People’s Party dominiert. Der Ausschluss der wichtigsten Oppositionskraft von der Wahl 2023 verhinderte einen echten politischen Wettbewerb. Der Machtwechsel von Hun Sen zu Hun Manet veränderte die stark zentralisierte Machtausübung nicht, da zentrale Institutionen weiterhin fest unter Parteikontrolle stehen. Einschränkungen der Meinungsfreiheit und anhaltende Festnahmen von Kritikerinnen und Kritikern verdeutlichen das Fehlen wirksamer Kontrollmechanismen. Als lebenslanger Vorsitzender der Partei und neu gewählter Präsident des Senats bleibt Hun Sen de facto der mächtigste Mann des Landes.

Das Wirtschaftswachstum hat sich nach der Pandemie erholt, gestützt durch stabile Inflation und ausgebaute Sozialleistungen. Politisch vernetzte Akteure prägen jedoch weiterhin die Marktbedingungen und begrenzen die Wirksamkeit regulatorischer Maßnahmen. Die Erholung des Tourismussektors verläuft langsam, die private Verschuldung ist stark gestiegen, und inklusive Entwicklungsansätze finden zu wenig Beachtung.

Die Regierungsführung wird durch Korruption, geringe Verwaltungskapazität und dominierende Eliten eingeschränkt. Die Umsetzung staatlicher Maßnahmen bleibt inkonsistent, und Umweltreformen weisen erhebliche Umsetzungslücken auf, die ihre Wirkung begrenzen. Während Kambodscha enge außenpolitische Bindungen zu China aufrechterhält und gegenüber Vietnam rigider auftritt, bleiben Governance-Reformen oberflächlich, sodass institutionelle Schwächen weiterhin eine wirksame Politikgestaltung behindern. 

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