Liberia erlebte im Januar 2024 nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel, bei dem Joseph Boakai den amtierenden Präsidenten George Weah knapp besiegte. Politische Partizipation, Pressefreiheit und bürgerliche Freiheiten bleiben vergleichsweise stark ausgeprägt.

Das Land steht jedoch vor schwierigen Lebensbedingungen mit großen Ungleichheiten zwischen Stadt und Land sowie zwischen Männern und Frauen. Die Infrastruktur und der Zugang zu Bildung sind schwach. Nach Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs liegt der Schwerpunkt der neuen Regierung auf makroökonomischer Stabilisierung, der Wiederherstellung des Vertrauens der Geber, der Senkung der Inflation und dem Wiederaufbau der Devisenreserven. Zahlungsrückstände gegenüber internationalen Gläubigern werden abgebaut.

Die Regierung Boakai hat die ARREST-Agenda für inklusive Entwicklung gestartet, mit Schwerpunkten auf Infrastruktur, Bildung, Landwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit. Zudem wurde das Sondergericht für Kriegs- und Wirtschaftsverbrechen eingerichtet, um die gewaltsame Vergangenheit des Landes aufzuarbeiten. Politisches Gerangel um Posten verzögert jedoch die Umsetzung und verdeutlicht bestehende Schwächen in der Governance.

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