Madagaskars politische Transformation ist von einer weiteren Machtkonsolidierung unter Präsident Andry Rajoelina geprägt. Die Vereinnahmung staatlicher Institutionen erleichterte seine Wiederwahl im November 2023 und ermöglichte die Wahlsiege seiner Partei bei den Parlaments- und Kommunalwahlen 2024. Inmitten weitreichender Anti-Regierungsproteste, die im September 2025 begannen, wurde die Regierung gestürzt, nachdem das Militär den Demonstranten seine Unterstützung zugesagt und schließlich die Macht übernommen hatte.
Wirtschaftlich verfolgte die Regierung mit dem Plan Émergence Madagascar II weiterhin langfristige Entwicklungsziele, hielt dabei jedoch weitgehend an bisherigen Strategien fest. Systemische Korruption, weitverbreitete Armut, von der rund 80 % der Bevölkerung betroffen sind, sowie wiederkehrende Naturkatastrophen untergraben die makroökonomische Stabilität. Jüngste Wachstumsimpulse bleiben fragil und reichen nicht aus, um die Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsschichten nachhaltig zu verbessern.
Die staatliche Steuerungsfähigkeit wird zusätzlich durch wiederholte Naturkatastrophen, regionale Unsicherheiten und strukturelle sozioökonomische Probleme belastet. Diese Faktoren verstärken Madagaskars starke Abhängigkeit von internationaler Unterstützung und schränken eine wirksame Politikimplementierung ein.