Übersicht Myanmar

Zur Region Asien und Ozeanien

In Myanmar verschärfte sich der Bürgerkrieg im Berichtszeitraum. Ethnische und demokratische bewaffnete Gruppen eroberten strategische Gebiete, darunter regionale Kommandostellen in Shan und Rakhine. Der State Administration Council hat in weiten Teilen des Landes die territoriale Kontrolle verloren, sein Gewaltmonopol ist umstritten. Die Junta verlängerte den Ausnahmezustand mehrfach und verschob die seit dem Putsch 2021 angekündigten Wahlen. Die Einführung der Wehrpflicht für Frauen und Männer führte zu großer Angst und Vertreibung, während internationale Beobachter von rechtswidrigen Tötungen, willkürlichen Festnahmen und Kriegsverbrechen berichten. Politische Rechte sind ausgesetzt, die Zahl der politischen Gefangenen ist hoch.

Mehr als die Hälfte aller 330 Townships ist von aktiven Kämpfen betroffen, die Wirtschaft befindet sich in einer schweren Krise. Lieferketten und Grenzhandel sind zusammengebrochen, die Nachfrage ist stark gesunken, und die Inflation hat die Preise für lebenswichtige Güter erhöht. Die Armut hat weiterhin deutlich zugenommen.

Die Regierungsführung ist durch anhaltende Kämpfe und strukturelles Fehlmanagement geprägt. Die Maßnahmen der Junta (State Administration Council) haben die Inflation beschleunigt. Das National Unity Government (NUG), ethnische bewaffnete Organisationen und weitere Gruppen arbeiten an der Umsetzung einer föderalen Demokratiecharta, doch begrenzte territoriale Kontrolle und Exil erschweren den Fortschritt. 

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