In Mosambik waren die Kommunalwahlen 2023 sowie die Präsidentschafts-, Parlaments- und Provinzwahlen 2024 von systematischem Wahlbetrug geprägt. Landesweite Proteste gegen die Verkündung der Wahlergebnisse wurden mit massiver Polizeigewalt beantwortet. Die anschließende Phase war die gewalttätigste seit dem Ende des Bürgerkriegs. Intransparente Korrekturen durch den Verfassungsrat schwächten das Vertrauen in demokratische Institutionen weiter.
Die wirtschaftliche Entwicklung Mosambiks zeigt seit der Schuldenkrise und der COVID-19-Pandemie robuste Wachstumsraten. Das Wachstum ist jedoch stark auf den extraktiven Sektor konzentriert, der den Großteil der ausländischen Direktinvestitionen anzieht. Die Wirtschaft bleibt wenig diversifiziert und überwiegend informell. Trotz makroökonomischer Erholung handelt es sich um beschäftigungsloses Wachstum, während ein Großteil der Bevölkerung weiterhin unterhalb der Armutsgrenze lebt. Klimabedingte Naturkatastrophen beeinträchtigen zusätzlich die landwirtschaftliche Produktion.
Die Governance ist durch begrenzte Steuerungsfähigkeit und schwache Konsensbildung gekennzeichnet. Wirtschaftspolitische Prioritäten konzentrieren sich auf Wachstum, ohne strukturelle Defizite wirksam anzugehen. Politische Polarisierung, eine fragmentierte Opposition und die gewaltsame Reaktion auf Proteste haben die institutionelle Legitimität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter untergraben.