Die zweite Amtszeit von Präsident Mahamadou Issoufou war von autoritären Rückschritten geprägt. Die friedlichen und offenbar demokratischen Präsidentschaftswahlen 2020 und 2021, aus denen Mohamed Bazoum als Sieger hervorging, führten jedoch zur ersten zivilen und friedlichen Machtübergabe. Dies könnte auf eine Rückkehr zu einer demokratischen Regierungsführung hindeuten.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen für Niger sind die gleichen geblieben. Als Agrarland und einer der fünf größten Uranexporteure der Welt hat Niger nur wenig Autonomie über die eigene wirtschaftliche Entwicklung. Die COVID-19-Pandemie und die sich verschlechternde Sicherheitslage setzten die nigrische Wirtschaft unter Druck, und das BIP-Wachstum verlangsamte sich im Jahr 2020 erheblich.

Als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie hielt sich die nigrische Regierung zwar an die verfassungsrechtlichen Bestimmungen, setzte aber mitunter Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in unverhältnismäßiger Weise um. Um den Verlust an demokratischen Freiheiten abzumildern, sollte die neue nigrische Regierung besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung der Korruption innerhalb der Regierungsbürokratie legen und eine ganzheitliche und partizipative Wirtschaftsreformstrategie entwickeln.

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