Der Militärputsch vom Juli 2023 markierte einen erheblichen Rückschritt für die demokratische Entwicklung Nigers. Die Junta hat die Verfassung außer Kraft gesetzt, demokratische Institutionen aufgelöst und die Macht in ihren Händen konzentriert. Eine glaubwürdige Übergangsordnung wurde nicht vorgelegt, die Justiz steht vollständig unter Kontrolle, und kritische Medien werden unterdrückt.
Der Putsch hat die wirtschaftliche Lage des Landes weiter verschlechtert. Die westliche Entwicklungshilfe ist zurückgegangen, und Niger hat den Schuldendienst auf seine Auslandsschulden eingestellt. Trotz solider Wachstumsraten bestehen extreme Armut, weit verbreiteter Analphabetismus und starkes Bevölkerungswachstum fort, während die Abhängigkeit von Uran und Öl hoch bleibt.
Die Sicherheitslage hat sich seit dem Ende der militärischen Kooperation mit westlichen Partnern weiter verschlechtert. Niger hat sicherheitspolitische Beziehungen zu Russland und wirtschaftliche Partnerschaften mit China und Iran ausgebaut. Die Spannungen mit Benin haben sich in einen Wirtschaftskrieg akkumuliert, doch die Beziehungen zu ECOWAS bleiben ungewiss. Klimabelastungen verschärfen die Governance-Probleme zusätzlich.