Bola Tinubu wurde im Februar 2023 in umstrittenen Wahlen zum Präsidenten gewählt. Obwohl das Wahlergebnis rechtlich angefochten wurde, blieb die Gewalt nach der Wahl begrenzt. Korruption, insbesondere in der Justiz, untergräbt weiterhin das Vertrauen, und der politische Machtwechsel hat bislang kaum zu realen Veränderungen geführt.

Das Wirtschaftswachstum bleibt schwach, die Inflation ist stark gestiegen und die Armut hat zugenommen. Die Abschaffung der Treibstoffsubventionen führte zu steigenden Verbraucherpreisen und Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Währungsabwertung und eine wachsende Staatsverschuldung belasten die Wirtschaft zusätzlich, während ausländische Investitionen gering bleiben. Hoffnungen auf Impulse durch die neue Raffinerie haben sich bislang nicht erfüllt.

Mehrere bewaffnete Gruppen destabilisieren weiterhin das Land: Boko Haram im Nordosten, separatistische Bewegungen im Süden, Bauern-Hirten-Konflikte im Middle Belt und zunehmende Entführungen landesweit. Die Regierung hat die Sicherheitslage nicht unter Kontrolle und setzt bei Protesten auf Repression und Kooptation. Die Zusammenarbeit mit westlichen Partnern bleibt bestehen.

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