Die regierende FSLN hat den autoritären Polizeistaat weiter gefestigt, die politische Opposition ausgeschaltet und eine dynastische Nachfolge von Präsident Daniel Ortega zu Vizepräsidentin Rosario Murillo vorbereitet. Großangelegte Ausbürgerungen und Ausweisungen sowie Einreiseverbote richteten sich gegen Dissidenten und Exilierte, während die Schließung zivilgesellschaftlicher Räume und ein verbreitetes Klima der Angst kritische Stimmen zusätzlich unterdrückten. Verfassungsreformen legalisierten frühere Rechtsverletzungen und führten eine zweiköpfige gemeinsame Präsidentschaft ein, um die Exekutive weiter zu stärken.
Die wirtschaftliche Erholung setzte sich trotz vertiefter Autokratisierung fort. Fiskalische und monetäre Stabilität erreichten das Vorkrisenniveau, getragen von stark steigenden Rücküberweisungen, die nahezu ein Drittel des BIP ausmachen. Armut und Ungleichheit bleiben jedoch bestehen.
Die Governance ist schwach und von zentralisierter Autorität geprägt, wodurch die Emigration weiter zunimmt. Die internationale Glaubwürdigkeit ist gesunken, und die politische Zukunft hängt davon ab, ob zentrale sandinistische und militärische Akteure die geplante Nachfolge unterstützen.