Das autoritäre System Omans blieb im Berichtszeitraum bestehen, da die Herrscherfamilie Al Said ihre Macht weiter konsolidierte und Widerspruch zunehmend unterdrückt wurde. Die Festnahmen von Aktivisten sowie das neue Mediengesetz signalisierten anhaltende Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Die öffentliche Unzufriedenheit wuchs, insbesondere unter jungen Omanis, da demokratische Reformen weiterhin ausblieben. Die Wahl zum Konsultativrat 2023 verzeichnete eine niedrige Wahlbeteiligung und keine Frau wurde gewählt.
Die wirtschaftliche Entwicklung verbesserte sich dank hoher Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor, was Haushaltsüberschüsse und einen Rückgang der Staatsverschuldung ermöglichte. Die strukturelle Abhängigkeitvon Rohstoffen und die damit zusammenhängende Preissensibilität blieb jedoch bestehen und die Arbeitslosigkeit unter jungen Staatsbürgern – insbesondere jungen Frauen – blieb hoch.
Die Regierungsführung blieb auf die Sicherung von Stabilität durch vorsichtige regionale Diplomatie ausgerichtet. Oman vertiefte seine Beziehungen zu Saudi-Arabien und nahm eine Vermittlerrolle zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie zwischen den Huthi und Saudi-Arabien ein. Sicherheit bestimmte weiterhin die Politikgestaltung, wobei die Regierung Stabilität gegenüber politischen Reformen priorisierte und auf risikoarme regionale Engagements setzte, um externe Spannungen einzudämmen.