Der Zustand der polnischen Demokratie hat sich weiter verschlechtert. Die Regierung hat die vom Gerichtshof der Europäischen Union geforderten Änderungen hinsichtlich der gegen die Justiz verhängten Disziplinarmaßnahmen nicht umgesetzt. Stattdessen wurden weitere Beschränkungen für die Medien und die Zivilgesellschaft eingeführt.

Die Wirtschaftspolitik kann im Hinblick auf Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Haushaltsstabilität positiver bewertet werden. Allerdings agiert die Regierung berechnend und begünstigt Teile der Gesellschaft, die wichtige Wählerstimmen einbringen. Die wirtschaftliche Stabilität Polens ist zu einem großen Teil den umfangreichen EU-Fördermitteln zu verdanken, die zu knapp einem Viertel für das Wirtschaftswachstum verantwortlich sind.

Die Regierungspraktiken haben sich nicht geändert. Sie zeichneten sich vor allem durch eine zentralistische Entscheidungsfindung, weniger Beratungen und Konsultationen mit gesellschaftlichen Akteuren und daher ein geringes Maß an politischer Orientierung an externen Meinungen aus.

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