Kosovo wird seit 2021 von Premierminister Albin Kurti und seiner Partei Lëvizja Vetëvendosje regiert, die mit einer reformorientierten Agenda an die Macht kam. Zwar hat die Regierung gesetzgeberische Reformen vorangetrieben und fragwürdige Privatisierungen gestoppt, doch die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit bleibt begrenzt. Klientelistische Netzwerke, Angriffe auf Korruptionsermittlungen und eine schwache Justiz schränken die Rechenschaftspflicht weiterhin ein.

Das Wirtschaftswachstum konzentriert sich weiterhin auf Pristina und Prizren, während ländliche Gebiete nur unzureichenden Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen haben. Auch die Beschäftigungsmöglichkeiten konzentrieren sich auf städtische Zentren, während Frauen, Minderheiten und die ländliche Bevölkerung mit strukturellen Hindernissen konfrontiert sind. Das Sozialsystem ist nach wie vor unterentwickelt und ungleich zugänglich.

Die Governance wird zunehmend von Sicherheitsfragen und angespannten internationalen Beziehungen geprägt. Der ergebnislose Dialog mit Serbien, institutionelle Boykotte durch Kosovo-Serben sowie gewaltsame Vorfälle im Norden haben die gesellschaftliche Integration geschwächt und politische Ressourcen gebunden. Kosovos konfrontativer Ansatz gegenüber dem Norden belastete die Beziehungen zur EU und zu den Vereinigten Staaten, verzögerte die internationale Integration und verstärkte die weiterhin umstrittene staatliche Souveränität.

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