Im Anschluss an die Revolution 2018-2019 wurde eine Vereinbarung zur Teilung der Macht zwischen Militär und Zivilisten getroffen, die im September 2019 eine Übergangsregierung an die Macht brachte. Diese sollte nicht länger als drei Jahre bestehen und das Land durch Wahlen, die am Ende der Übergangszeit abgehalten werden sollen, zu einem demokratischen Wandel führen.

Deutliche Verbesserungen hinsichtlich der politischen Freiheiten und Menschenrechte sowie ein Rückgang der staatlichen Gewalt wurden erreicht. Der Zivilgesellschaft fehlt es jedoch nach wie vor an Einfluss, und politische Entscheidungen sind noch weit davon entfernt, das Ergebnis legitimer Verfahren zu sein.

Die sudanesische Wirtschaft weist gravierende strukturelle und institutionelle Mängel auf. Die paramilitärischen Rapid Support Forces, eine ehemals dem alten Regime gegenüber loyale Miliz, die mehrerer Kriegsverbrechen beschuldigt wird, betreiben heute eine Parallelwirtschaft, indem sie die sudanesische Goldindustrie und den Exportsektor kontrollieren. Generell ist der sudanesische Markt durch das Fehlen einer Wirtschaftspolitik, ein allgemeines Preischaos und schwache ausländische Investitionen gekennzeichnet.

Die Übergangsregierung muss darauf hinarbeiten, Freiheiten zu gewähren und sicherzustellen, dass die gesamte Bevölkerung in die politischen Entscheidungen einbezogen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Wirtschaftsreformen ein Schlüsselfaktor, einschließlich Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung und zur Beseitigung von Parallelwirtschaft.

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