Die politische Lage im Sudan bleibt äußerst fragil, da ein Machtkampf zwischen den sudanesischen Streitkräften und den Rapid Support Forces das Land in rivalisierende Herrschaftsgebiete geteilt hat. Letztere haben ihren territorialen Einfluss im Berichtszeitraum ausgeweitet, die geplanten Wahlen fanden nicht statt, und der Konflikt hat den autoritären Charakter des Regimes weiter verstärkt – geprägt von schweren Verletzungen bürgerlicher Rechte und des Rechtsstaats.

Das Land befindet sich in einem akuten humanitären und sozioökonomischen Zusammenbruch. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Sudan als die größte Hungerkrise der Welt, rund 25 Millionen Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Lebensgrundlagen wurden zerstört, Arbeitslosigkeit und Armut sind stark gestiegen, die Inflation bleibt unkontrolliert und das Bankensystem ist geschwächt. Die Zerstörung der Bildungsinfrastruktur hat eine massive Auswanderung und einen gravierenden Brain Drain ausgelöst.

Governance ist durch weit verbreitete Gräueltaten, Massenvertreibung und den Zusammenbruch öffentlicher Dienstleistungen gekennzeichnet. Beide Konfliktparteien behindern humanitäre Hilfe, was die internationale Unterstützung stark einschränkt. Lokale Selbsthilfeinitiativen wie die Emergency Response Rooms spielen eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung, Unterkunft und Medikamenten – trotz Repression und erheblicher Sicherheitsrisiken. 

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